TRAINING

Klassische Konditionierung – Und was kann man damit alles trainieren?

Moin mal wieder von uns. Mich haben viele Fragen erreicht zum Thema Ernährung und Training, weshalb ich heute mal auf die grundlegendste Form des Hundetrainings eingehen möchte.

Die klassische Konditionierung – auch pawlowscher Hund genannt, ist die am häufigsten verwendete Form der Konditionierung. Teilweise konditionieren wir mit dieser Form sogar ganz unbewusst, da wir durch Gesten, Wort oder Geräusche eine bestimmte Handlung des Hundes einleiten. Wie funktioniert das also und wo könnt Ihr es im Alltag wie einsetzen?

Was hat Pawlow in einem Test bei Hunden herausgefunden? Wenn man dem Hund Futter gereicht hat, erklang zugleich stets ein Glockenton. Nach einigen solchen Futtergaben begann schon allein nach dem bekannten Glockenton der Speichel des Hundes zu fließen. Heißt also der Hund wurde darauf konditioniert, dass wenn die Glocke ertönt, es wohl immer Futter gibt.

Das kann man sich nun auch im Training zu eigen machen und den Hund auf Gesten, Geräusche oder Worte konditionieren, die ihm alle signalisieren das danach immer etwas tolles kommt – nämlich Futter, Spiel oder Kuscheleinheiten.

Ich liebe es im Training den Clicker für die klassische Konditionierung zu benutzen. Oh nein, werden jetzt einige sagen – nicht den doofen Knackfrosch. Den habe ich entweder nie dabei oder aber mein Hund mag das Geräusch nicht. RICHTIG, ich nutze den Clicker auch nicht wirklich in dieser Form. Ich habe keinen Knackfrosch und mag ihn selber auch nicht. Wie aber setze ich das im Training um und vor allem warum?

Mein liebstes Beispiel ist der Rückruf. Ich sehe es immer wieder, dass der Hund gerufen wird – und er dann sogar kommt…. Sobald der Hund vor einem steht fangen viele Hundebesitzer an, in den Tiefen Ihrer Taschen, ein Leckerli zu suchen, um den Hund zu belohnen. Bis hierhin fast richtig. Was passiert nun aber in 99% der Fälle? Wir suchen und suchen und finden nun endlich dieses Leckerli. Hurra und nun rein damit in den Hund. Der Hund sitzt artig vor uns und bekommt nun sein Leckerli! Fertig denkt Ihr??? Wo ist hier der Fehler????

Eigentlich sollte ich hier aufhören zu schreiben und auf Eure Antworten warten…. Vielleicht aber wisst Ihr es auch und bei Euch klappt das schon super, aber ich sehe es täglich, dass es hier nicht richtig läuft und die gewünschte Konditionierung daneben geht. Für die, die sich jetzt fragen was will die denn, war doch alles super – hier die Auflösung:

Es war gut das der Hund auf den Rückruf gekommen ist. Es ist auch toll das er von Euch belohnt wird, ABER – während Ihr das Leckerli in den Tiefe Eurer Taschen gesucht habt, hat sich Euer Hund hingesetzt und in dem Moment in dem Ihr Ihm nun das Leckerli gebt, habt Ihr nicht mehr den Rückruf, sondern das Sitzen belohnt… ??‍♀️ Das passiert bei mir im Training fast immer! Zumindest am Anfang…. ?

Hier setze ich nun gern den “Clicker” in Form eines Geräusches oder eines Markerwortes. Ich persönlich bevorzuge das Geräusch, denn das kann ich auch machen, wenn ich mal heiser bin oder nicht sprechen kann ? Den Clicker hat man meist ja nicht dabei!!!

Das Geräusch oder auch das Markerwort dienen dazu, dem Hund das sofort zu signalisieren, dass er etwas richtig gemacht hat und darauf eine Belohnung folgt. Dann dürft Ihr nämlich zur Not auch in der Tasche suchen, denn Euer Deal mit Eurem Hund ist es – Wenn Du das Geräusch hörst, folgt immer etwas tolles.

Wie nun aber trainiert Ihr dieses Wort oder das Geräusch. Das ist ganz einfach:

Ihr nehmt Euch ein paar tolle Leckerlis und setzt Euch damit vor den Hund. Nun macht Ihr das gewünschte Geräusch oder sagt das Gewünschte Wort und gebt dem Hund ein Leckerli. Nach einer Weile werdet Ihr merken, dass Eure Hunde Euch bei diesem Wort oder Geräusch immer ansehen und ein Leckerli oder eine Belohnung einfordern. Dann wisst Ihr der Hund hat es verstanden. Aber ACHTUNG bei er Wahl des Geräusches oder des Wortes. Es sollte nichts sein, dass Ihr auch so permanent sagt oder macht, denn der Hund erwartet dann eine Belohnung. Ein Pupsgeräusch wäre hier also nicht so sinnvoll….. ?? Nehmt etwas, was Ihr nur dafür einsetzt.

Und das war es auch schon für ein Bespiel wie man die klassische Konditionierung aufbauen kann. Ihr könnt dieses Geräusch oder Wort immer dann nutzen, wenn Ihr ein gewünschtes Verhalten belohnen wollt. Dies stärkt nicht nur die Bindung zwischen Euch und Euren Hunden, sondern verbessert die Kommunikation, da Ihr gewünschtes Verhalten so besser belohnen könnt als wenn es zu spät kommt.

Um es abschließend nochmal zu betbildlichen: Wir rufen den Hund wieder ab, der Hund kommt – er wird belohnt mit dem Geräusch oder Wort – und bekommt dann das Leckerli!

Einfach gesagt, ein Geräusch oder ein Markerwort könne so aufgebaut werden, dass es ein versprechen an den Hund ist, dass etwas gut war und er gleich etwas bekommt. In der klassischen Konditionierung habt Ihr nämlich nur 2 Sekunden um das gewünschte Verhalten zu belohnen!

Ich hoffe das war verständlich. Falls nicht stellt mir gern Eure Fragen in den Kommentaren!

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